Pflegeversicherung: Trotz Vitalität an die Zukunft denken
Gesundheit, Fitness und Vitalität – in einer Gesellschaft, die von Erfolg geprägt ist, gewinnen diese Attribute an Bedeutung. Allerdings ist unser Körper keine Maschine, die bei guter Pflege unbegrenzt einsatzfähig ist. Durch Krankheit, Unfall oder Kräfteverfall kann es zu einer Situation kommen, in der Menschen nicht mehr in der Lage sind, für sich und den Lebensunterhalt zu sorgen – sie sind auf die Hilfe anderer angewiesen.
In diesem Zusammenhang spricht man Pflegebedürftigkeit. Wer im Alltag den Haushalt nicht mehr selbständig führen kann und nicht mehr zu einfachen Handgriffen der Körperhygiene in der Lage ist, wird von der Pflege abhängig – eine Tatsache, die auch zu einer finanziellen Belastung wird, ganz gleich, ob Familienangehörige oder Dritte die Pflege übernehmen. Die Pflegeversicherung soll genau dieses Kostenrisiko auffangen. Abseits von Krankenversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung tritt sie allerdings regelmäßig in den Hintergrund – speziell, wenn es um die private Vorsorge geht.
Die gesetzliche Pflegeversicherung
In Deutschland ist die Pflegeversicherung seit 1. Januar 2995 Bestandteil der Pflichtversicherungen und wird von Pflegekassen getragen, welche bei den gesetzlichen Krankenkassen errichtet worden. Je nach Pflegestufe der Betroffenen (Pflegestufe I – III) können sich die Leistungen der Versicherung stark unterscheiden. So erhalten Pflegebedürftige für die häusliche Pflege in Pflegestufe I ab Januar 2012 eine Leistung von 235 Euro. In Pflegestufe III liegt dieser Satz bei 700 Euro.
Allerdings gelten diese Pflegesätze nur bei selbst beschafftem Pflegepersonal. Übernehmen ambulante Pflegedienste diese Aufgabe, leistet die gesetzliche Pflegeversicherung in Pflegestufe III ab Januar 2012 mit bis zu 1.550 Euro. Eine Leistung, die bei vollstationärer Pflege auf bis auf 1.918 Euro ansteigen kann. Allerdings sind die Kosten mitunter deutlich höher – Betroffene müssen Teile der Pflegeleistungen privat finanzieren.
Pflegeversicherung – private Sicherheit
Die Pflegebedürftigkeit ist ein erhebliches Kostenrisiko. Wer sich als Verbraucher davor schützen und nicht das private Vermögen bzw. am Ende sogar noch das Kapital der Kinder aufzehren will, kann sich heute privat schützen – durch eine private Pflegeversicherung oder Pflegezusatzversicherung. Hier stehen zwei unterschiedliche Modelle zur Wahl. Einerseits können sich Verbraucher für eine Pflegetagegeldversicherung entscheiden, welche pro Tag einen vereinbarten Tagessatz auszahlt.
Parallel dazu lässt sich mit der Pflegekostenversicherung die Leistung der gesetzlichen Pflegeversicherung erhöhen. Je nach Tarif kann hier eine erhebliche Entlastung erreicht werden. Allerdings muss man sich im Rahmen der Pflegekostenversicherung im Klaren darüber sein, dass deren Leistungen an die gesetzliche Pflegeversicherung gekoppelt sind, sich also ändern können.
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