Apfelessig und die Fettverbrennung - Was ist dran?
Die Nachfrage nach Apfelessig wird immer größer. Doch was ist eigentlich dran an dem vermeintlichen Gerücht, dass Apfelessig nachhaltig zur Fettverbrennung beiträgt?
Mittlerweile wird Apfelessig in Tabletten- oder Kapselform angepriesen, als Getränk oder Brausetabletten verkauft. Zahlreiche Werbekampagnen versprechen eine hohe Schlankmach-Wirkung. Der Apfelessig soll ein regelrechter Fettfresser sein, über zahlreiche Vitamine verfügen und sogar Ernährungsfehler ausgleichen können. Daneben soll Apfelessig für geschmeidige Haut und ein straffes Gewebe sorgen.
In der Realität ist Apfelessig jedoch kein Allheilmittel und schon gar kein Medikament. Auf jeden Fall aber sind Apfelessig Kapseln eine hilfreiche und sinnvolle Nahrungsergänzung. Richtig ist, dass Apfelessig bei Sodbrennen und Magen-Darm-Beschwerden hilfreich eingesetzt werden kann. Dies sollte in jedem Fall nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, denn zu viel Apfelessig-Säure kann wiederum schädlich und reizend auf Magen und Zähne wirken. Dass Apfelessig Körperfett zum Schmelzen bringt, ist hingegen reine Illusion. Auch den Appetit kann es nicht zügeln und ein Kohlenhydratblocker ist Apfelessig auch nicht. Nur wenn die Ernährung dem jeweiligen Nährstoffbedarf angepasst und durch Sport ergänzt wird, kann eine Körperfettabnahme gelingen. Manch einer mag mit der Einnahme von Apfelessig beim Abnahmeprozess dennoch Erfolg haben, was aber eher eine Glaubensfrage ist.
Genutzt wird Apfelessig schon seit vielen Jahren. Er ist in der Naturheilkunde sehr geschätzt. In der Medizin ist er durch die entzündungshemmende Wirkung sehr wertvoll. Er wird zur Säuberung von Wunden, zur Kühlung von Schwellungen sowie zur Fiebersenkung verwendet. Was die Vitamine anbelangt, so enthält Apfelessig kaum mehr als die normalen Äpfel in ihrer Ursprungsform. Hinzu kommt, dass der Körper diese über den Apfelessig nur geringfügig aufnimmt.
Ursprünglich wurde Apfelessig zur Verfeinerung von Salaten und anderen Gerichten verwendet. Darüber hinaus kann es Fleisch zart halten und dient in vielen Bereichen auch als Desinfektions- und Konservierungsmittel. Gewonnen wird der Extrakt aus diversen Apfelsorten, wie zum Beispiel Elstar, Gravensteiner, Cox-Orange oder Boskop. Zur Herstellung werden die Äpfel entsaftet und anschließend vergoren. Der entstehende Saft enthält weder Stärke noch Zucker. Die Kohlenhydrate wandeln sich in Alkohol um, es entsteht Apfelwein. Diesem Wein werden sodann Essigsäurebakterien zugefügt, die sich in dem anschließenden Stoffwechselprozess mit Hilfe von Sauerstoff in Essig verwandeln. Die Äpfel werden immer mit der Schale gepresst, sodass die Hersteller ausschließlich Obst aus ökologischem Anbau verwenden. Bio-Hersteller verzichten hierbei vollständig auf Pestizide und nutzen nur frische, ganze Äpfel für die Essigherstellung. Größere Hersteller verwenden jedoch auch Schalenabfälle und Kerngehäuse. Apfelessig wird außerdem nicht filtriert, da die trübenden Stoffe wichtige Nährstoffe enthalten. Auch zu große Hitze ist für den Essig schädlich, da sie die wichtigen Inhaltsstoffe zerstören kann. Naturwarenhersteller verzichten daher auf eine Destillation.
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