Leistungssteigernde Mittel zur Erhöhung der Konzentration
Leistungssteigernde Mittel sind wahrscheinlich so alt wie die Menschheit. Schon in den alten Kulturen gab es bestimmte Kräutermischungen, die körperliche oder geistige Kondition steigern sollten. Gängige Mittel wie Koffein oder Energiedrinks, auf der anderen Seite aber verschreibungspflichtige bzw. illegale Substanzen sollen zu einer geistiger Wachsamkeit und einer besseren Gehirnleistung verhelfen.
Steigender Leistungsdruck macht immer mehr moderne Menschen zu Verbrauchern von verschiedenen Produkten, um die Gehirnleistung zu erhöhen und so die Arbeitseffizienz zu maximieren. Laut Studien werden rezeptpflichtige Präparate zum Stressabbau, Bekämpfung von Ängsten, Vergesslichkeit oder Müdigkeit sowie zur Steigerung der Produktivität von etwa zwei bis fünf Prozent der deutschen Berufstätigen konsumiert. Etwa 50 % der befragten Verbraucher haben dabei keine Bedenken bezüglich der möglichen Nebenwirkungen der Präparate.
Das menschliche Gehirn verbraucht ungefähr 25 % der Gesamtkörperenergie und benötigt eine enorme Menge von Nährstoffen. Hierbei steuert der für die seelische und körperliche Aktivität zuständige Neurotransmitter Dopamin das Wahrnehmungs- bzw. Konzentrationsvermögen. Es wird aus der Aminosäure Tyrosin produziert und durch die Anknüpfung an den sogenannten Dopamintransporter wieder abgebaut. Die Methode der Erhöhung von Dopaminkonzentration zielt daher darauf ab, die Mechanismen zur Hemmung des Dopamintransporters mithilfe von speziellen Wirkstoffen einzuschalten. Methylphenidat, unter dem Namen Ritalin verbreitet, hatte sich besonders zur Behandlung von Störungen des Dopaminhaushaltes im Gehirn wie ADHS bei Kindern bewährt und gilt als nachweisbar effektiver Stoff zur Dopamintransporterhemmung und somit zur Aufbesserung der Gehirnleistung . Ein weiteres Präparat mit vergleichbarer Wirkung ist Modafinil, welches hauptsächlich zur Therapie von schlafkranken Patienten eingesetzt wird, bei den gesunden Menschen dagegen Gehirnaktivität fördern soll.
Ob die bekannten gehirnstimulierenden Produkte tatsächlich den Anforderungen gerecht sind, bleibt weiterhin bestritten. Es lassen sich dennoch sehr unterschiedliche Reaktionen psychischer oder körperlicher Natur auf die Einnahme oder auch das Absetzen von diesen Stoffen feststellen. Geringe bis deutlich stärkere Entzugserscheinungen wie Gereiztheit und Depressionen sowie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schlafstörungen und Appetitlosigkeit sind die möglichen Nebenerscheinungen. Fakt ist, dass die moderne erfolgsorientierte Gesellschaft die Durchsetzung von leistungssteigernden Medikamenten zunehmend begünstigt. Manche Forscher fordern sogar ein generelles Verbot von bestehenden „Hirndopings“, während andere Erfindung von neuen Wirkstoffen diskutieren. Verbraucher, die sich doch für diese Wirkstoffe entscheiden, sollten sich jedenfalls ausführlich über die Risiken informieren.
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